…gibt es nicht. Das Wort schreibt dem Marktmechanismus so etwas wie eine Übertreibung zu. Das geht aber gar nicht, eine Billardkugel die von einer anderen getroffen wird, kann auch nicht exzessiv wegrollen.
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Kulturelle Angstblüte
Der Vorschlag des Co GrüJu Vorsitzenden (Verstaatlichung von klimaschädigenden Industrieunternehmen) und die Studie von YouGov („Arbeitszufriedenheitsreport“), in der zum Thema befragte Akademiker angaben, für sie spiele die Haltung der Unternehmung eine genauso wichtige Rolle wie das Gehalt, zeigt wie gründlich die kulturellen Pflüge der critical theory von ihren Ideologen und Followern durch die Institutionen und Generationen gezogen wurden.
Dass „Haltung zeigen“ (also folgenloses und fast kostenfreies Contenterzeugen) jemals zu einem entscheidenden Kriterium für ein Wirtschaftsunternehmen heranwachsen kann, kann nur durch Ideologisierung und Verblendung einerseits und andererseits vollkommene Ahnungslosigkeit darüber, wie Wirtschaft auf Märkten funktioniert, erklärt werden.
Sonst wäre es allen Beteiligten klar, dass Unternehmen sich freuen, wenn sie so billig wegkommen beim Anlocken der Jobsuchenden. „Haltung“ erzeugt ein Praktikant in der Marketingabteilung mit ein paar Stanzen zu Diversität und Inklusion und einem Regenbogenflaggen-jpeg.
Dass die Leute aber glauben, die Wirtschaftsunternehmen könnten anders handeln und Worten auch (dann schnell renditeschädigende) Taten folgen lassen, lässt sich nur mit dem zusätzlichen Einleiten ideologischer Giftstoffe in die entleerten Gehirne vorwiegend junger Menschen erklären.
Was folgt? 2 Fragen und eine Aufgabe:
1. Verbieten die klassischen Werte des Liberalismus ein Verbot von TikTok?
2. Gebieten die klassischen Werte des Liberalismus das Tolerieren von Parteien wie AfD und LINKE?
3. Finde, beschreibe und begründe eine differenzierte Position zu 1. und 2. die sich aus den klassischen Werten des Liberalismus ergibt.
Höhere Kosten in der GKV? Tax the rich!
Es ist nur durch eine progrediente Verblödung des Wählers zu erklären, dass Vorschläge wie die von Christos Pantazis (SPD) zur Bekämpfung der Kostenexplosion im Gesundheitswesen überhaupt ohne die Folge des sofortigeren Karrieretods gemacht werden können. Das Symptom (!) galoppierender (Zusatz-)Beitragserhöhung der GKVen durch eine Behandlung gemäß dem niederstkomplexen Prinzip „Nehmt den Reichen, gebt den Armen“ zum Verschwinden zu bringen, kann nur einem Fachfremden einfallen, der zudem nicht mal zumindest ein Basis -Wirtschaftsverständnis erkennen lässt. Aber klar, wenn man statt eines Sachkundigen lieber einen promovierten Neurochirurgen zum gesundheitspolitischen Sprecher macht, also jemanden der sich von Berufs wegen überhaupt nicht mit Finanzen und im Privaten höchstens im Umfeld der Suche nach Steuervermeidungsmodellen damit auskennen muss, dann muss man sich nicht wundern. Warum darf dieser Laie zu einem ökonomischen Thema Stellung nehmen? Auch von einem gesundheitspolitischen Sprecher darf man Fachkompetenz, also finanzpolitisches Verständnis verlangen! It’s still the Economy, stupid!
Dieser dumme, alles nur noch schlimmer machende Vorschlag, der die notwendige Drecksarbeit (Ausdruck ja wieder in Mode, schön!) einer brutalen Strukturreform lieber den nächsten Generationen überlässt, ist an Blödheit nicht mehr zu überbieten und man wundert sich nicht, dass dieser elendige Schwachsinn schon früher mal vorgeschlagen worden ist und zwar, na von wem auch sonst, von den Grünen und der Linken. Gute Nacht!
Nachtrag 22.6.: Generalsekretär Klüssendorf SPD schließt sich an. Nicht nur ist der Vorschlag katastrophal dämlich (s.o.), auch die Vorgehensweise ist so ungeheuer bieder und altmodisch (einer prescht vor, der Zweite unterstützt, der Dritte fordert usw.), dass man lieber gar nicht.
Deutsche Diversity
Als Nächstes werden die Industriebosse von Siemens bis VW nach Staatsgeld rufen, um die eigenen Diversitäts-Programme gegen den Willen der amerikanischen Regierung aufrecht erhalten zu können. Wenn Sie dies eingesteckt haben, stellen Sie die Programme sofort ein, mit Hinweis auf die wirtschaftlichen Notwendigkeiten.
Rechtfertigung
Wer verfassungstreu ist, hat eine eindeutige Antwort auf die Frage, welche Rechtfertigung es für die Brandmauer gibt. Keine – und er rechtfertigt diese Meinung über die Verfassung. Welche Rechtfertigung können die Grünen vorweisen? Insofern ist die Stoßrichtung der AfD-Verbotsforderung von Biller vernünftig, da nur ein existierendes Verbot die Ausgrenzung der AfD in den Parlamenten rechtfertigt.
Grab schlägt Wolt um Längen
Deinhoff sagt: Wer in Berlin oder anderen Großstädten lebt und den Freunden aus der Provinz von Wolt und Flink vorschwärmt, muss hoffen, nicht auf einen mehr oder minder Weitgereisten unter den Bekannten zu treffen, der den Schwärmer auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Wolt bietet einen im Vergleich jämmerlichen Service, mit zum Teil wirklich unfähigen Kurieren, die unresponsiv sind, sowieso kein Deutsch und meistens unterdurchschnittliches Englisch sprechen und damit kommunikationsunfähig sind. Bei Grab in Thailand können die auch kein Deutsch oder Englisch – aber die App übersetzt natürlich und deshalb kein Problem. Und während man sich in Berlin grün und rot ärgert, weil der Service beschissen langsam ist, der Fahrer den Weg nicht findet oder das Essen verschüttet im umweltfreundlichen aber sofort durchnässten Pappboxen ankommt und man nur durch nachträgliche Reklamation das zu unrecht gespendete Trinkgeld zurück fordern kann, macht Grab das einzig richtige: man gibt Trinkgeld NACH der Lieferung. So wie es Gott gewollt hat. Aber klar: In Deutschland ist Trinkgeld ja gar kein Trinkgeld, sondern eine nicht leistungsbezogene Zuwendung, ein Almosen.
Selbsttest: Woran denken wir Deutsche zuerst, wenn wir das Foto hier sehen:

Genau: „Boaah, so viel Plastik! Geht gar nicht!“
Deinhoff aber sagt „Was ein großartiger Service, innerhalb 15 Minuten da, perfekt portioniert und separiert, mit superfreundlichem Service.“
Worauf, falls so in Deutschland geäußert, natürlich die Antwort käme „und die Ausbeutung der unterbezahlen unversicherten Kuriere ist Dir wohl egal?“
Jemand zischelt dann zustimmend: „Die Dieselmopeds, auf denen sie sitzen und die die Atemwege der Kuriere und Bewohner Bangkoks und das Weltklima zerstören, nicht zu vergessen!“
Deinhoff ruft: Zuerst die großartige, kundenorientierte Serviceidee, dann schrittweise Verbesserungen einführen- und nicht alles vorher verhindern, runtermachen, tottreten lassen von den pathologisch sich selbst hassenden oder sich selbst für Gott haltenden Menschenfeinden!
Jawohl: Und übrigens, Flink braucht man hier nicht, weil Grab das auch bietet. Genau wie Taxiservice. In einer App. Alles in derselben herausragenden, kundenorientierten Qualität.“
Und in der Ferne hört man „Monopolisten! Kapitalisten!“ Aber man schert sich nicht drum.
Hier beugt sich niemand, hier werden Kosten gespart….
…und zwar die, die jetzt überflüssig geworden sind.

So wie die Einführung der Wokeness- und Klimaprojekte nichts mit Wokeness- und Klimasensitivität auf Unternehmensseite zu tun hatte, hat natürlich auch der Stopp nicht mit dem Gegenteil zu tun.
Sondern mit Ertragsoptimierung und Verschlankung an den Stellen, wo Aufwand keine Ertragssteigerung bewirkt, sondern bloß die Marke aus dem Schußfeld nimmt.
Die Auslöschung der großen woken Lüge … lässt auf sich warten
Am 10.11.23 begann ich den Beitrag folgendermaßen:
Im Nachhinein erscheint auf einmal klar, auf welche Weise die woke Bewegung zusammenkrachen würde. Der Antisemitismus war ja schon immer der Überschneidungspunkt mit den Rechten und vor allem der offensichtlichste Fall, in dem der menschenverachtende und unhistorische Wahnsinn der „critical race theory“ offengelegt wurde: die zweitausendjährige Geschichte von Leid und Verfolgung der Juden mit einem Handstreich umzuwandeln in eine erfundene und verlogene Erzählung über Israel als ein Unterdrückerstaat voller privilegierter Superioren. Mit der Konsequenz der Forderung nach De-Kolonisation, was im Falle Israel als vollständige Auslöschung des Staates verstanden werden kann.
Nach dem 7.10. ist das auf eine irreal anmutende Weise offenbar geworden. Jede Institution war aufgerufen, gegen den Terrorangriff Stellung zu nehmen und mit jeder, oft zögerlichen Stellungnahme zeigte sich die widerwärtige antiisraelische Fratze deutlicher. Wie man angesichts der barbarischen Gemetzel einer menschenverachtenden Horrorbande, die mit Ihren Bestialitäten auch noch angibt und sie der Öffentlichkeit präsentiert, die menschliche Schutzschilde benutzt, die ihre Bevölkerung deshalb dazu aufruft, nicht zu fliehen, die ankündigt, ihre Taten zu wiederholen, wie man es also trotz dieser teuflischen und feigen Taten in Stellungnahmen über sich bringt, bewusst eine Relativierung vorzunehmen durch Vergleiche mit dem Leid der Palästinenser, von dem behauptet wird es werde durch Israel verursacht, das kann ich nicht begreifen, das macht mich fassungslos.
Und nicht nur mich. Die alte Linke hüben wie drüben in den USA, distanziert sich oder wird sich distanzieren (müssen), denn die Liberale Einstellung, die den Linken jenseits der stalinistisch maoistischen Betonkopfraktion in die Gene eingeschrieben ist, die ist Todfeind des Antisemitismus und würde sich selbst auslöschen, wenn sie sich nicht vollumfänglich davon distanziert und die Judenhasser davonjagt.
Unterbrochen und dann fortgeführt am 21.6.24:
Deshalb, so dachte ich im November 2023, würde ein großer Mehrheitsblock, bestehend aus dem vernünftige Teil der Linken, den Liberalen und den Christkonservativen die zur Antisemitismusfrage hinter dem Hamasblutbad nur schlingernd und schwurbelnd sich äußernde Wokenessbewegung nach dem 7.10. schnell zu wertlosen Bröseln zermalmen können.
Es ist anders gekommen, nur meine Fassungslosigkeit ist geblieben. Hamas/Hizbullah/Iran haben den besseren Matchplan gehabt, das zeigt sich. Und wie Herta Müller glasklar in ihrem Beitrag in der FAZ vom 3.6.24 feststellt: Israel hatte keine Chance, anders zu reagieren und keine Chance, zu vermeiden, was dann folgte: die absolute Bilder- und Nachrichtenhoheit der Hamas in Gaza und die unüberbietbare Geschichts- und Faktenuninteressiertheit westlicher linker Gefühls- und Wellnessgrüner, führten zu Vorgängen wie dem des Genozidvorwurfs an die Adresse von Israel und der unfasslichen Anerkennung eines (dieses!) Palästinenserstaates durch Spanien, Irland und Norwegen.
Und damit zur Umkehrung der Fakten und der Schuldfrage: Hamas schlachtet Kinder, Frauen, Alte, vergewaltigt, köpft, erschiesst, verbrennt sie. Brüstet sich anschließend mit den unvorstellbaren Gräueltaten, indem sie selbst Videos und Bilder davon ins Netz stellt, verschleppt zusätzlich eine dreistellige Zahl von zivilen Geiseln nach Gaza und hält sie dort unter fortgesetzten Misshandlungen versteckt, viele davon in Wohnungen von Zivilisten in Gaza. Überhaupt ist für mich die längst zweifelsfrei erwiesene, durchgängige Verwendung von menschlichen Schutzschilden das Abscheulichste und gleichzeitig Teuflischste, was die Hamas in Gaza praktiziert. Eine unüberbietbare Grausamkeit am eigenen Volk. Abscheulich, weil sie damit ihr eigenes Volk in den sicheren Tod schickt und teuflisch, weil sie vorab die zu erwartenden internationalen Reaktionen richtig einschätzen. Aus den Schlächtern werden (wieder) die Opfer. Und aufs Neue werden die Blutlügen der Judenhasser nachgeplappert, eine unerträgliche, aberwitzige Ungeheuerlichkeit.
Und die woken Linken in der Politik, auf dem Campus und in dem verkommenen Teilen der Medien in Amerika und Europa tun das, was die Moerder und ihre bösartigen, korrupten, lügenden Helfershelfer vorausgesagt haben: Sie gehen auf die Straße, um gegen Israel und für Palästina zu demonstrieren, gegen die Juden und für die Israelfeinde und deren Helfershelfer, die das Morden, Verschleppen, Vergewaltigen von juedischen Zivilisten billigen und die Schuld für das Sterben in Gaza den Israelis geben. Welch eine horrorhafte Absurdität!! Den Israelis, die die mehr als 200 Geiseln befreien und die die Hamas unschädlich machen wollen, welche sich in unvergleichlich abscheulichem Kalkül hinter dem eigenen Volk verschanzt, den unvermeidlichen Tod unzähliger Zivilisten in Gaza nicht nur hinnimmt sondern ja sogar herbeisehnt, um es dann propagandistisch ausschlachten zu können. Jeder einzelne Tote in Gaza jetzt und am 7.10. in Israel geht zu 100% auf das Konto der Hamas. Niemand anders als sie ist verantwortlich für die Toten auf beiden Seiten.
Diese Demonstranten machen sich in schwerwiegender Weise schuldig, Naivität und Dummheit ist keine Ausrede für dieses verachtenswerte, antisemitische, zynische Verhalten. Unentschuldbar gegenüber den Israelis, den Juden, der Vernunft und der Menschlichkeit.
Spielermaterial
Ich sage das als bekennender AfD -Hasser, der Weidel und Höcke für gefährlich und Chrupalla für mindestens unsäglich hält:
Wenn der Sportmoderator (Breyer) die Fußballexperten (Mertesacker und Kramer) bittet, auf das zuvor geäußerte Wort „Spielermaterial“ zu verzichten, „weil Menschen kein Material sind“, dann möchte man rufen: “Was erlauben Breyer?“
Auch die schärfste Wortpolizei müsste doch zugeben, dass
– das Gesagte korrekt nicht-gegendert war (weil nur Kerle),
– kein Bezug zu brauner Soße wie „innerer Reichsparteitag“ vorlag und auch
– keine sexistischen oder rassistischen Botschaften im Begriff versteckt waren.
Warum also dazwischen fahren? Spielermaterial ist nicht dasselbe wie Menschenmaterial, bei dem letzteren Begriff geht es tatsächlich darum, Soldaten wie Kanonen, Munition oder Panzer als Kriegswerkzeug anzusehen und sie insofern mit toten Stoffen gleichzusetzen. Heißt zwar noch längst nicht, dass Stahl und Mensch im Hinblick auf irgendeinen immateriellen Wert gleichgesetzt werden – aber gut.
Jedenfalls ist ein Spieler kein Soldat und er wird auch nicht im Einsatz sterben wie ein Soldat auf dem Schlachtfeld.
Das ist ein Bild, so wie die Torkanone nicht wirklich Kugeln feuert, der Bomber der Nation nicht bombt und das Abwehrbollwerk auch keine Festung ist.
Fertig.
Wagenknecht
Eine Partei, die für echte linke Positionen kämpft (bei den Löhnen, am Arbeitsmarkt, bei der Mitbestimmung und auch bei der Migration) und die urbanen oder saturiertgrünbürgerlichen woken und autoritär klimapanischen Quatsch ablehnt, die ist unbedingt herbeizuwünschen.
Das kann mithelfen, die AfD zu halbieren, die vergreisten verfilzten Kaderfatzkes der SPD in den Ruhestand zu werfen und den jahrelangen Höhenflug der Grünen endgültig zu beenden und in einen langen Abwärtsschwung wieder runter auf 5% zu bringen.
Die alte Linke wird sich noch darunter, auf Piratenparteiniveau, einpendeln, da bleiben nirgendwo mehr Aussichten auf >3%.
Greenpinkwashing
Liebe Unternehmen,
Erlaubt mir zwei Fragen:
1. Warum habt Ihr nicht vor zehn Jahren Eure Produkte mit Regenbogenfahnen verziert und in Euren Werbeclips Diversität gefeiert?
2. Und warum nicht Euren Weg zu CO2-Neutralität stolz beworben?
Vielleicht aus dem selben Grund, aus dem Ihr mit 1. und 2. sofort aufhören werdet, wenn anderer Scheiß als der mehr hilft, Produkte zu verkaufen?
Nicht falsch verstehen, liebe Unternehmen, ich werf Euch das nicht vor, ich will den ökonomisch Ungebildeten da draußen nur zeigen, das Marktwirtschaft privater Unternehmen als letzten Grund immer den Ertrag im Auge hat (haben muss!) und nie die Moral. Maximal das Gefühl von Anstand spielt manchmal eine Rolle bei Euch in den Firmen. Aber Anstand, das ist so ähnlich wie der Basistarif in der PKV, hab ich Recht?
Der Faktencheck ist die Erfindung eines Lügners
Truth kommt von Trust, sagte Heinz von Förster. Wahrheit kommt von Vertrauen. Vertrauen setzt aber, so ist es nun mal, Nichtwissen voraus. Die Transparenz, die ja in aller Weltenverbesserer Munde ist, schafft das Nichtwissen und damit das Vertrauen ab. Transparent ist nur die Leere, sagt Byung-Chul Han. Und er sagt auch: Die Wahrheit ist ein Versprechen.
Jedes Versprechen aber ist intransparent. Wahrheit braucht also Vertrauen.
Eine Summe von Informationen schafft keine Wahrheit. Wahrheit erklärt das Warum, Informationen erklären das Was. Kausalität versus Korrelation. Wenn eine Summe von Informationen eindeutig einen Zusammenhang zeigt zwischen gelber Innenwandfarbe von Supermärkten und hohem Umsatz, dann reicht das zur Entscheidungsfindung, welche Farbe man dem neu zu bauenden Supermarkt geben soll. Niemand muss dazu den Grund wissen, warum es diesen Zusammenhang gibt. Deshalb ist es egal ob der Zusammenhang „wahr“ ist. Er ist einfach da.
Was ist 3+4? fragt der Lehrer. 7, sagt der Schüler. Das ist wahr, lobt der Lehrer. Das ist nicht wahr!, meldet sich Heinzchen. Warum? fragt der Lehrer. Weil 3+4 auch 4+3 ist, sagt Heinzchen. Na und, schnaubt der Lehrer. Wenn das wahr ist, belehrt Heinzchen, dann kann „7“ nicht auch wahr sein. Aber warum denn nicht, empört sich der Lehrer. Weil es doch keine „alternativen Wahrheiten“ gibt, antwortet der Schüler, das ist doch eine Erfindung der Neorechten in Amerika, sagen Sie doch immer! Aber das ist doch etwas völlig anderes, ruft der Lehrer. Eben, sagt Heinz.
Fakten versus Sinn. Religionen, aber auch politische Bewegungen, sind Sinngeber, sie erklären das Warum. Mit einem Versprechen, das man nicht validieren kann, weil es nicht um Fakten, also validierte Informationen geht, sondern um eine Erzählung. Um Vertrauen. Glauben. Nichtwissen. Intransparenz.
Es gibt keine Versprechen mehr in der Politik. Sie werden sofort mit Faktenchecks getötet. Deshalb gibt es auch keine Narrative, Erzählungen im Wahlkampf, kein Mitreißen, keinen Aufbruch, kein Ziel. Gerechtigkeit als Narrativ funktioniert nur im philosophischen Kosmos, nicht im Datenkosmos. Aus Daten kann keine Gerechtigkeit herausgelesen werden, nur Gleichheit oder Ungleichheit. Deshalb die verfälschende Gleichsetzung von Gerechtigkeit mit Gleichheit in der Politik heutzutage. Gleich oder ungleich? Das ist eine Frage, die der Faktencheck beantworten kann. Gerecht oder ungerecht? Da muss er passen.