Heute macht sich hoffentlich niemand mehr über das Englisch der Bahnbeamten lustig – und hoffentlich jeder über die Horden von Schülerinnen und Studentinnen, die während ihrer Austauschschuljahre und Auslandssemester in den Vereinigten Staaten offensichtlich kein Interesse daran haben, die englische Sprache richtig zu lernen. Es ist ihnen vielmehr unzweifelhaft ein wichtiges Anliegen, sie vorsätzlich falsch zu lernen, um so zu klingen wie ihre bevorzugten Umgänge dort, also wie dumme kalifornische kaugummikauende Highschool-Hupfdohlen.
Muss man, wie leider der Verfasser, häufig Berliner S- und U-Bahnen benutzen, ist es unvermeidlich, Ohrenzeuge dieser fassungslos machenden Zurschaustellung erfolgreich umgesetzter Selbstverdummungsstrategie zu werden. Denn unglücklicherweise sind die bemitleidenswerten Mädchen und Jungfrauen auch noch stolz darauf, so zu reden (und nicht so wie die Bahnbeamten). Und verteilen deshalb, ohne Punkt und Komma schwafelnd, ihren Verbaldurchfall in Maximallautstärke in den Waggons, anstatt wie anständige Jugendliche die gesamte Beförderungszeit still sitzend und mit bis auf einen Finger gänzlich erstarrtem Leib süchtig in ihr Smartphone stierend zu verbringen.
Die Anzahl der die Leere im Gehirn bestens repräsentierenden Füllwörter (uhm, like, you know, actually usw.) nimmt bei entsprechendem Gesprächsverlauf im selben Maße zu wie die Aufgewühltheit der Sprecherin, weil von ihr dann noch mehr Adjektive gesucht – und selbstverständlich nicht gefunden werden. Uhm. Like. You know.
Wer erfindet das Instagram für Sprachposer? Dann würde das hirnlose Gebrabbel – so wünschte ich mir das – leise irgendwo ins Gerät getippt und andernorts nach der Umwandlung in den gewünschten Schwachsinnigendialekt über Ohrhörer ebenso geräuschlos angehört.
Und endlich wäre wieder Ruhe.