Altsein meistern heißt, in Frieden dick werden zu können.
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Kann man mal so machen….
Einsicht
Die Idylle gibt keinen Saft
Biergarten
Könnte nie mit einer Frau zusammen sein, die im Sommerbiergarten einen heissen Tee bestellt. Das ist einfach böse.
Auf welcher Seite stehst Du?
Ich finde, diese großen Fragen, auf welcher Seite man denn nun stehen solle, Ukraine oder Russland, Israel oder Palästina, USA oder China, diese Fragen lassen sich sinnvoll nur vom Grundsätzlichen her beantworten, sonst verliert man sich im moralischen Klein-Klein. Und Moral ist am Ende ein unzuverlässiges Kriterium für politische Entscheidungen: Moralisch Einwandfreies findet man nirgendwo. Also frag ich mich: Wo möchte ich leben? In welchem System, unter welcher Regierung? Und da fallen meine Antworten eindeutig aus: Lieber unter Netanjahu als unter irgendeinem Palästinenserpräsidenten; lieber unter irgendeiner schwachen, inkompetenten EU-Regierung als unter Putin; lieber unter Trump als unter Xi Jinping.
Jwd
Franz heisst er also, unser zukünftiger Nachbar. Er ist Österreicher, Wiener und er guckt dann auch a bisserl melancholisch, so wie man es erwartet. Er ist ca. 20 Jahre älter als die Mittvierzigerin Kwan, seine – zweite- Frau. Die erste ist gestorben, zu viel geraucht hat sie.
Zweistöckig haben sie hier neben unserem Grundstück gebaut, leider hat der gekaufte Rasen Löcher, weil er zulange rumlag, unverlegt. Weil die Leute zum Verlegen nicht kamen und als sie dann kamen, hatte es vorher drei Tage durchgeregnet und da war alles ein knietiefer Sumpf im Garten.
Ist halt alles nie perfekt dort. Freiheit geht vor Sicherheit. Auch beim Bauen. Überall. Mietwagenabholung mit abgelaufenem Führerschein? Naja, hat vielleicht irgendein Freund, den man ranschaffen kann einen? Dann übernehmen wir den ins Dokument. Egal, ob der fährt. Oder überhaupt mitfährt. Pragmatische Lösung. Und dann, nach einer Rast an der Tankstelle beim Zurücksetzen das andere Auto leicht angestupst. Sichtbare kleine Delle. Der Fahrer winkt ab: nicht schlimm, passt schon, gute Fahrt.
In Deutschland unvorstellbar. Fetisch materielle Sicherheit. Bis hin zum garantierten Sitzplatz im Zug. Rempelei beim Einstieg. Hierher, Gerda, komm, hier ists schneller. Also das da (triumphierend) ist mein Sitzplatz!
Ich tausche gern ein bisschen Sicherheit gegen ein solches Mehr an Freiheit.
Gomringer/Neruda – Avenidas/Los veinte poemas
Eugen Gomringer:
avenidas
avenidas y flores
flores
flores y mujeres
avenidas
avenidas y mujeres
avenidas y flores y mujeres y
un admirador
Deutsch:
Alleen
Alleen und Blumen
Blumen
Blumen und Frauen
Alleen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer
(ca. 1953)
Pablo Neruda:
Los veinte poemas
1
Cuerpo de mujer, blancas colinas, muslos blancos, te pareces al mundo en tu actitud de entrega.
Mi cuerpo de labriego salvaje te socava
y hace saltar el hijo del fondo de la tierra.
[…]
Deutsch:
Die zwanzig Gedichte
1
Leib eines Weibes, weiße Hügel, weißblanke Schenkel,
du gleichst der Welt, so weit und willig, wie du dich hingibst. Mein wilder Bauernkörper durchgräbt dich, unterhöhlt dich und läßt das Kind entspringen aus der Tiefe der Erde.
[…]
Ca. 1925
#munich
Twitter gestern abend: das ist, als ob man sich auf den Marktplatz stellt, mitten in die Gruppe mit den dümmsten Gesichtsausdrücken und gleichzeitig den größten Mäulern.
Die Rechten, die Linken. Die Pubertierenden und die Egozentriker, die verärgert sind, dass sie nicht Zentrum der Aufmerksamkeit sind. Dazu die Blümchennaiven, die Klagerufe über die Schlechtigkeit der Menschen ausstoßen.
Ausgeschaltet.
R.I.P. Wolfram Siebeck.
Fazit und Ausblick
„Ein anständiger Mensch schämt sich, Vorgesetzter zu sein.“
A. Schmidt
Friedhof Grunewald-Forst
1879 wurde dieser Friedhof angelegt, weil in der Nähe – an einer Biegung der Havel – immer wieder Leichen von Selbstmördern angeschwemmt worden sind. Daher der Volksmundname „Selbstmörderfriedhof“.
Inzwischen längst auch für Andersgestorbene genutzt, liegt dieser Friedhof wirklich abgelegen mitten im Grunewaldforst, man muss eine Viertelstunde auf einem Waldweg zu Fuß hinlaufen, anders kommt man nicht hin.
Dort liegen jetzt besuchbar: Bekannte und Unbekannte.
Beschneidungsurteil: Mütze/Glatze-Spass für alle
Was für ein dummes Urteil. Es geht doch nicht um Vaginalverstümmelung mit einer rostigen Rasierklinge in Afrika.
Und worin die „gravierende lebenslange Einschränkung„, besteht, die Georg Ehrmann, der Vorsitzende des deutschen Kinderbundes, als Ergebnis einer Beschneidung sieht, ist mir schleierhaft. Vielleicht darin, dass der Bub nicht mehr Mütze Glatze spielen kann?
Gewichtig und richtig:
Die Haltung von Robert Spaemann (der von einem „beispiellosen Angriff auf die Identität jüdischer Familien“ spricht) dazu.
Die Zeit vom 5.7.2012, leider nicht online.
Die Chance der Piratenpartei
Die Piraten haben eine Riesenchance, die sie nicht verspielen dürfen:
Echten Liberalismus zu vertreten. Und das bedeutet auch, Liberalimus als Einstellung und Wert neu(erlich) zu definieren, in Abgrenzung zu der Definiton, die die F.D.P. momentan in absurdem Alleinvertretungsanspruch vertritt.
Liberalismus ist nicht Wirtschaftsliberalismus und er ist nicht links oder rechts. Genau das versuchen die Etablierten momentan, mit der Piratenpartei zu machen: sie in das eine oder andere Lager abzuschieben, hineinzudefinieren. Denn das ist Voraussetzung für alle Parteien im Bundestag, die Auseinandersetzung aufzunehmen.
Das darf die Piratenpartei nicht mitmachen.
Echter, klassischer Liberalismus – wie nach Tocqueville- sagt: auch die eine Stimme, die gegen 99,99% sich stemmt, ist noch wertvoll und kann zu besseren Entscheidungen führen, wenn man sich wirklich mit ihr auseinandersetzt. Also lasst sie uns hören, OHNE dass Forderungen nach Sanktionen laut werden. Das ist heute nicht der Fall. Bestes Beispiel: Grass. Die Sanktion: Du darfst nicht die SPD im Wahlkampf unterstützen.
Das ist anti-liberal. Das ist gelebtes Meinungs- und Denkverbot und in diesem Sinne ist selbst die F.D.P. kein bisschen liberal. Noch ein Beispiel? Gern: die Schleckerfrauen. Die SPD und die Grünen, die Linke sowieso, versuchen, die Gegner einer Transfergesellschaft in die Ecke der kalten, herzlosen Wirtschaftsbosseunterstützer hineinzumanövrieren. Und damit in eine Ecke, die nicht mehr diskussions- und auseinandersetzungswürdig ist. Wo man erst ein Totschlagsargument dieser Form durchgebracht hat, muss man sich nicht mehr mit dem diskussionswürdigen Sachkern auseinandersetzen. Einfach. Durchschaubar.
Noch ein Beispiel? Ok. Der schweizerische Staatsanwalt, der gegen deutsche Finanzbeamte ermitteln will. „Ein ungeheurlicher Vorgang“ sagt Kraft. Oppermann schlägt, völlig durchgeknallt, die Finanzbeamten für das Verdienstkreuz der Bundesrepublik vor.
Die Schweiz in Sachen Demokratieverständnis von Deutschland aus zu kritisieren, ist lächerlich!
Das ist purer, antiliberaler Gestus, hervorgerufen durch Parteienfixierung auf Wählerstimmen, beeinflusst durch Volksmeinung. Aber eben antiliberal benutzt. Indem man Mehrheit ins Recht setzt, Andersdenkende niederzubrüllen und mit Totschlagsargumenten aus der Satisfaktionsfähigleit zu nehmen.
DAGEGEN muss die Piratenpartei kämpfen. Das gilt auch für den Umgang mit Rechtsradikalen. Wenn sich die Piraten von den Etablierten die Tabuzonen aufdrückem lassen, haben sie verloren und werden die Wähler sofort wieder verlieren. Die Ausgrenzungs- und Totschlagspolitik gegen Sarrazin zu verurteilen, heisst eben NICHT, seine Thesen zu unterstützen, sondern heisst, Liberalismus ist gut und zwingt, Sarrazins Thesen im Sinne von Tocqueville anzuhören und ohne Sanktionsandrohung zu diskutieren. Kritisch. Ausschlüsse sind dämlich, solange Gesetze nicht überschritten werden und solange nicht Parteilinien, die formuliert sind, klar übertreten werden. Wenn aber Parteilinie ist, solchen Stimmen NICHT mit Sanktionen zu begegnen, die letztendlich eine abweichende Äußerung zu einer Entscheidung, eine totale gesellschaftliche Isolation zu akzeptieren, machen, dann ist das etwas wirklich Neues, womit den etablierten, den Wählerstimmen hinterherhetzenden und aus Volkes Meinung Tabuzonen, die das Gegenteil dieser Meinung darstellen, herdefinierenden Parteien, ein notwendiger Gegenpart entgegenstellt wird. Ja, wenns um die Form geht, die die Wähler der Piraten kritisieren, dann zum Teufel, wären die Piraten ja blöd und wählernichternstnehmend , wenn sie sich davon weg ausschließlich zu einer Inhaltspartei herabwürdigen ließen.
BvS-B
Das ist schön! Weil wir Porridge hier haben.
Autumn in Usedumn
Aeronauten in Heringsdorf II
Aeronauten in Heringsdorf I
Idylle in Wandlitz
In einer Woche vor 85 Jahren: Peltzer schlägt Nurmi und Wide und läuft Weltrekord
Samstags nie
Wer erkennt das Problem, das da auf Herrn Brafman zukommt?
„Brafman betreut seine Mandanten von seiner Kanzlei im 26. Stock eines Wolkenkratzer auf Manhattans East Side aus. Er lebt aber in Cedarhurst, einem Dorf auf Long Island, das für seine orthodox-jüdische Gemeinde bekannt ist. Brafmans Sohn David ist Rabbi in Israel, sein Bruder Aaron leitet eine Jeschiwa in Queens. Brafman ist selbst praktizierender Jude, er arbeitet samstags nicht.
Die anderen Tage wird er brauchen, um seinen neuen Mandanten freizubekommen. Brafman dürfte noch vor dem nächsten Gerichtstermin am Samstag versuchen, einen neuen Kautionsantrag für Strauss-Kahn zu stellen. Auf Anfrage sagte Brafman dazu am Dienstag: „Kein weiterer Kommentar bis Freitag.““
(aus SPIEGEL online, 18.5.2011)
Proud to be a catholic today – Zu Bin Ladens Tod
Ein Posting auf einer von mir nicht auf Schwachsinnsposting überprüften Website. http://www.ncregister.com/
„We too prayed for his soul, admittedely a difficult thing. Thanks for posting the Vatican pronouncement. Proud to be a Catholic today.“
Das ist auch Amerika.
Der schönste Schmuck der Welt
Hochspektakulär, SPIEGEL online
Hochspektakulär sind Fonds momentan ja wirklich. Lediglich hochspekulativ zu sein, das wär ja langweilig. Danke für die schöne Schusseligkeit, die von dem ein oder anderen, frühlingsberauschten Redakteur gleich mal übernommen wurde. Copy, paste und ab in den Biergarten!
Der Wundermoment
Anstelle einer Weihnachtsgeschichte empfehle ich das unfassbar schöne Gespräch zwischen Peter Sloterdijk und der Hebamme Magdalene Weiß über Glück und Schrecken der Geburt. Abgedruckt in Chrismon, der evangelischen Magazinbeilage der SZ (ich bin zwar Katholik und insofern nicht direkte Leserschaftszielgruppe; aber heutzutage muss man echt auf dem Quivive sein, um nicht das Gute zu verpassen). Die erscheint eigentlich Montags, wie der Name schon andeutet. Aber diesmal eben Samstags schon.
Ich darf mal zitieren, was P.S. auf die Frage : „Was ist denn das Heilige?“ antwortet:
„Das Heilige ist kein philosophischer Begriff, aber man kann es philosophisch umschreiben. Es deutet auf die Momente, in denen reine Gegenwart aufscheint. Der Wundermoment ist da, wenn alle Routinen und Wahrscheinlichkeiten weggeräumt sind – man steht vor dem nackten Dass, vor der puren Tatsächlichkeit. Alle Sicherheiten fallen beiseite, man sieht nur noch die Ereignishaftigkeit des Lebens, das gelingt. Die Selbstverständlichkeiten sind weggenommen, trotzdem geschieht das Einmalige, als könne es nicht anders sein. Das sind die besonderen Augenblicke.“
Sowas lesen und dem Herrgott danken, dass es Heiden wie Peter Sloterdijk gibt!
Esra!
Rechtschreibversager – schon damals
Hugh Grant auf die Frage, nach welchen Kriterien er seine Filme auswählt
„Vor „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ war es einfach jeder Job der mir angeboten wurde. Im seltenen Fall, dass mir einmal zwei gleichzeitig angeboten wurden, hab ich normalerweise den gewählt, der mir mehr Geld gebracht hat oder der die hübscheren Mädchen hatte.“
„Und danach?“
„Wars eigentlich genauso…“
Dafür muss man ihn doch lieben.
Supatopcheckerpedia
Ich bin mir nicht sicher aber könnte es sein, dass die Beiträge bei Wikipedia jetzt vom Supatopcheckerbunny geschrieben werden? Bitteschön:
„Reife im Körper führt zu einem Interesse an der Sexualität und sexueller Betätigung. Manchmal führt das zu Jugendschwangerschaft. Da Jugendliche möglicherweise nicht emotional oder finanziell fähig sind, Kinder in die Welt zu setzen, gilt dieses oftmals als problematisch.“
Tschüß!
Awfulplasticsurgery
Ab Ende 30 (bei übermäßig ungesundem Lebenswandel auch 5 jahre früher) schaut man seinen Körper mit zunehmender kognitiver Dissonanz an: „Das da im Spiegel gehört nicht zu mir!“ Tuts aber doch. Mitsamt dem sanften Fettwall um den Nabel und den tortelliniartigen Täschchen unter den Augen. Und dann, an einem willensschwachen Morgen nach einer ebenfalls willensschwachen Nacht, dann kann es sein, dass man seine strikt ablehnende Haltung gegenüber plastochirurgischen Eingriffen zu korrigieren bereit ist. In einem solchen Moment heißt es aufpassen wie ein Luchs und wirksame Gegenmittel parat haben.
Hier ist das beste: http://www.awfulplasticsurgery.com zeigt die ganze Wahrheit, Beispiele gefällig? Okay.Seufz, früher wollte ich immer aussehen wie Rupert Everett aber jetzt?? Sieht er aus wie ein Tamagochi.
Okay, das reicht. Anfall vorüber. Seh ich halt irgendwann aus wie Paul Kuhn. Ist doch okay.
Sonntagsfrage
Gerade weil jetzt restlos alle überzeugt sind, dass die Politik nach der vorgezogenen Wahl nur in die chefvolkswirtschaftlich anerkannt richtige Richtung gehen kann (lediglich in der Ausprägung gibts die Frage: Diesel oder Turbo?), setz ich auf Oskar. Man stelle sich vor, er holt 15 % (5 von PDS, 5 von SPD, 5 vom Rest), und dann im Herbst etwa so: CDU 43, SPD 28, FDP 5, Grüne 5, Oskar 15 und dann gibts die große Koalition und zwei Jahre später ist die kaputt und der Bundestag löst sich auf, weil er das inzwischen verfassungsrechtlich ermöglicht hat und Oskar hat 30%.
Wenn schon Opposition, dann auch richtig. Mal wieder wirklich links wählen können, ohne die Stimme zu verschenken, das würde mich schon sehr freuen, wo ich mich doch momentan so unaufgehoben fühle mit meiner politischen Meinung.
Aber vielleicht ist es eben doch zu früh. Blöde Neuwahlen, blöde.
Alternativlos
Da schwillt was an. Die alte Messerstichnarbe tritt deutlich wie ein Marskanal auf dem Halsfett hervor. Die Gesichtshaut schimmert im bäuerlichen Violettrosa. Unter dem riesigen, haarbekränzten Schädelrund zucken Mund und Augen noch weibischer als sonst.
Oskar Lafontaine hört gerade die Müntefering`sche Ankündigung vorgezogener Neuwahlen.
Schröder, der Sack, schon wieder. Der Arsch! Macht mir alles kaputt! Der schöne Coup, Austritt aus der SPD und Linksbündnis mit mir als Chef des Politbüros! Der finale Fangschuß für den niederträchtigen Niedersachsen!Am Tag seiner NRW-Niederlage. Ha!Und nun das. Alles hin. Wahlen schon dieses Jahr? Zu früh! 4 Monate reichen nicht für das Hochziehen einer Linkskoalition. Man kennt doch diese Linken mit ihren Debattier- und Quengelfreude. Dabei wärs doch was, mit Gregor, dem untotbaren Wiedergänger. Das wärs doch gewesen! Ein General für den Westen, einer für den Osten!
Und nun? Kacke! Scheiße! Nochmal 4 Jahre warten auf St. Helena oder sonstwo.


