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Franz heisst er also, unser zukünftiger Nachbar. Er ist Österreicher, Wiener und er guckt dann auch a bisserl melancholisch, so wie man es erwartet. Er ist ca. 20 Jahre älter als die Mittvierzigerin Kwan, seine – zweite- Frau. Die erste ist gestorben, zu viel geraucht hat sie.

Zweistöckig haben sie hier neben unserem Grundstück gebaut, leider hat der gekaufte Rasen Löcher, weil er zulange rumlag, unverlegt. Weil die Leute zum Verlegen nicht kamen und als sie dann kamen, hatte es vorher drei Tage durchgeregnet und da war alles ein knietiefer Sumpf im Garten.

Ist halt alles nie perfekt dort. Freiheit geht vor Sicherheit. Auch beim Bauen. Überall. Mietwagenabholung mit abgelaufenem Führerschein? Naja, hat vielleicht irgendein Freund, den man ranschaffen kann einen? Dann übernehmen wir den ins Dokument. Egal, ob der fährt. Oder überhaupt mitfährt. Pragmatische Lösung. Und dann, nach einer Rast an der Tankstelle beim Zurücksetzen das andere Auto leicht angestupst. Sichtbare kleine Delle. Der Fahrer winkt ab: nicht schlimm, passt schon, gute Fahrt.

In Deutschland unvorstellbar. Fetisch materielle Sicherheit. Bis hin zum garantierten Sitzplatz im Zug. Rempelei beim Einstieg. Hierher, Gerda, komm, hier ists schneller. Also das da (triumphierend) ist mein Sitzplatz!

Ich tausche gern ein bisschen Sicherheit gegen ein solches Mehr an Freiheit.

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