Wenn man die 60 überschritten hat, empfiehlt es sich, die Konzepte Zeit und Kausalität bei Bedarf hinter sich lassen zu können. Dazu hat man hoffentlich schon früh angefangen, Entsprechendes zu lesen. Das hilft, das eigene Leben jetzt nicht mehr als Linie zu verstehen, die die Entscheidungen und Ereignisse verbindet und somit sowohl Richtung als auch begründete Abfolge des Lebens nachvollziehbar macht. Vielmehr entsteht ein Raum des Lebens, eine Topographie, in dem Begegnungen und Erlebnisse sich überlappen, berühren, auf einander einwirken, geschichtet statt aneinander gereiht sind und die so eine unverbundene, gegenwärtige und damit intensivere Bedeutung bekommen. Denn es gibt kein Weshalb und Wohin des Ereignisses mehr. Nur noch ein Jetzt.
So ist es natürlich immer schon richtig gewesen.