Wenn schon Wagner, dann Kühn, der ist noch besser.
Archiv der Kategorie: Literatur
Johannes Kühn
Michael Klonovski: Lebens-Werte
Deinhoff sagt: So ein Unsinn, Herr Klonovski, Ihr Loblied auf den Anzug:
„Früher, erzählte ihm (Joachim Fest, der Verf.) dieser (ein Hotelchef in Taormina, der Verf.) seien die Gäste im Smoking zum Dinner erschienen, in ihrem Auftreten sei alles Konvention gewesen, und die Besonderheit habe sich in den Gedanken und der Phantasie gezeigt. Heute gebe es die Verbindung von Regel im Äußeren und Unverwechselbarkeit im Wesen nicht mehr: »Die Dinge haben sich umgekehrt. Einer ist wie der andere. Aber zum Essen erscheint jeder im grotesken ›Relax‹. Das ist die ganze Individualität.«“.
Heute ist – und das wissen Sie genau – der Anzug (und nicht mehr die Jeans) ein Zeichen von Unkonventionalität. Und das Einstecktuch von Mosebach natürlich auch. Er und Sie müssten sich also zu Jeans und TShirt bekennen, um nicht durchs Äusserliche aufzufallen und also durch „Gedanken und Phantasie“ besonderen Eindruck machen zu können.
Gibt aber auch gute Geschichten in dem Büchlein, die über Wein und High Heels haben mir gefallen. Dass der Author inzwischen Frau Petry beisitzt, ist mir bei der Beurteilung der Geschichten völlig schnuppe.
Über den Unterschied zwischen Moral und Politik
„Wenn Sie meinen, die Suppenküchen könnten das Elend beseitigen, die Arbeitslosigkeit und die Ausgrenzung, steht für mich fest, dass Sie sich etwas vormachen. Wenn Sie meinen, humanitäre Aktionen könnten die Außenpolitik ersetzen und Antirassismus die Einwanderungspolitik, so bin ich gleichfalls überzeugt, dass Sie sich etwas vormachen. Moral und Politik sind zweierlei, sie sind beide notwendig, lassen sich aber nicht miteinander vermischen, ohne dass man aufs Spiel setzt, was beider Wesen ausmacht.“
Aus: André Comte-Sponville, Kann Kapitalismus moralisch sein?, Diogenes 2011, Kindle Edition (wie zitiert man eigentlich Seitenzahlen in Kindle Editionen?).
Ein schönes Buch, noch schöner aber sein Klassiker „Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben“. Über die Tugenden hat noch nie jemand treffender, leidenschaftlicher, anregender geschrieben als Comte-Sponville.
Überlegungen beim Lesen von Josef Piepers „Muße und Kult“: Die ratio kannst Du Dir wegsaufen, den intellectus nicht.
Was mir zum neuen literarischen Quartett einfällt
Wer wissen will, wie ältere Männer auf manche junge Frauen wirken und warum, der gucke sich Maxim Biller an.
Im Interview mit Mely Kijak. Findet man leicht – Verlinkungen sind out.
Osamu Dazai
Entdeckt im Urlaub. No longer human.
Stuckradbarrekrachtherrndorfpassig…Dennis Scheck
Ja. Geb ich zu. Mag ich, auch wenn die zwei rechts vermutlich nicht mit den zweien links im selben Wort stehen wollen.
Aber Dennis Scheck kann die bestimmt zusammen bringen.
Peter Rühmkorf über Räusche
Zustände, die geeignet erscheinen, Sternschnuppen einzufangen. Die möchten dann aber auch am nächsten Tag auf dem Papier stehen.
Wolfgang Herrndorf Sand – Levi Doptera/Nabokov
Und auf S. 175/176 dann Nabokov. Schmetterlingsjäger, Freizeitkleidung und geknotetes Taschentuch auf der Glatze – irgendwo hab ich mal ein Foto so von ihm gesehen, glaub ich. Oder er hat sich selbst so beschrieben.
Wolfgang Herrndorf Sand: Helen Gliese No. 581d Sheraton Targat
Helen Gliese im Hotelzimmer Nummer 581d. Und Exoplanet Gliese 581d. Leben möglich.
„Hello from earth“- Botschaften, die dorthin geschossen werden.
Das ist doch naheliegender als irgendein Bezug zu einem Sexualwissenschaftler aus dem „Wahl der Qual“-Buch?
Casting für „Freiheit“, Jonathan Franzen
Robert Sean Leonhard als Walter, Hugh Laurie als Richard Katz. Das könnte gehen, wirklich.
