Ich habe oft Lust, etwas Schönes zu kochen aber dann stellt sich heraus, dass ich eigentlich nur Lust darauf habe, die Menschen beim Einkaufen im Berliner Feinschmeckertempelkaufhaus „Frischeparadies“ zu beobachten. Denn da laufen fast nur Berufssöhne und -töchter rum, deren Eltern zuviel Geld und zu wenig Hirn hatten – oder die Eltern selbst: Unternehmer kurz nach dem StartUp-Exit, Kanzleianwälte, Chefärzte, arrivierte Kunstschaffende. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie haben gelernt, dass man Platz macht für sie. Und in einem gut gefüllten Kaufhaus, wo es nur solche Menschen gibt, geht das schief. Jeder steht mitten im Gang, macht weitausholende Chefgesten, zeigt, wo‘s lang geht oder erklärt mit Cheftimbre in der Stimme dem Anderen, was der gerade falsch macht. Das lässt der Andere dann aber nicht auf sich sitzen, wer ist denn hier der Boss, na warte, Dir zeig ichs, Du bist sicher nur Vivantes, das sieht man sofort aber ich bin Charité!
Beste Unterhaltung. Und dann doch wieder nichts gekauft und nichts gekocht, sondern bestellt.